…aber sie verankern sich im Inneren


Irgendwo zwischen all den abgesagten Hochzeiten und Kindergarten-Shootings muss auch in diesen Zeiten, in denen den Menschen sehr viel körperliche und emotionale Nähe genommen wird, noch Platz sein für ein bisschen Freude am persönlichen Schaffen und Tun. So kam ich in letzter Zeit des Öfteren in den Genuss, eine gewisse Nähe zu Hunden aufzubauen, Konfirmationen inkl. Hygiene- und Abstandsbestimmungen zu fotografieren und nervöse und glückliche Kinder an ihrem ersten Schultag zu begleiten. Es sind verrückte Zeiten… Und trotzdem gibt es selbst jetzt noch Möglichkeiten, sich ein bisschen Normalität zu verschaffen. Alles was es dazu braucht sind Menschen (oder Hunde), die trotz der Krise bereit dazu sind, sich auf ein Fotoshooting einzulassen und die negativen Dinge einfach mal auszublenden…

So geschehen bei den erwähnten Hunden und ihren Besitzerinnen und Besitzern, bei den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern und auch bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden. Und irgendwo dazwischen tauchte dann (endlich) mal wieder eine Familie auf, die mir über all die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist. Und ich kann nicht mal genau sagen woran das liegt. Es ist letztendlich die Mischung aus absoluter Gelassenheit, vollstem Vertrauen, einer Harmonie untereinander und ja verdammt, die 5 sind auch wirklich unglaublich fotogen!

Bereits zum dritten Mal hatte ich die Ehre, diese Familie zu fotografieren. Es gibt sicher im Leben eines jeden Fotografen diese Shootings, an die man sich länger erinnert. Das hat verschiedenste Gründe. Die sind nicht immer greifbar und logisch, aber sie verankern sich im Inneren. Es fängt damit an, dass man einen Termin sucht und findet, geht weiter über die Freude beim Wiedersehen und endet (vorerst) beim Sichten und bearbeiten der Bilder am Laptop.

Die Ergebnisse werden wie von Zauberhand sehr befriedigend und es entsteht ein gewisses Glücksgefühl. Ein Gefühl, dass man wieder ein Stück Familiengeschichte festhalten durfte, dass der Bruder so wahnsinnig groß geworden ist, die kleine Schwester plötzlich laufen kann und die große Schwester sich noch bewusst an mich erinnert. Und das, obwohl der Kontakt zwischen den Shootings auch mal 1-2 Jahre komplett aussetzt.

Letztendlich ist es ein Vertrauensbeweis, einen Menschen mit Kamera immer wieder ganz nah an den eigenen kleinen und engen Familienkreis rankommen zu lassen. Und natürlich steigen auch mein Druck und der Wille einmal mehr dieses Vertrauen mit schönen, einmaligen und passenden Fotos zurückzuzahlen. Vielleicht fängt man als Fotograf irgendwann mal an, die Vorstellungen von „Stammkunden“ zu verinnerlichen und sich keine Gedanken mehr im Vorfeld zu machen. Für mich funktioniert dieses Prinzip und ich liebe es, mich darin zu bewegen. Neukunden sind eine feine Sache, wirklich glücklich machen mich persönlich aber tatsächlich die Begegnungen die auf Dauer anhalten. Auch dann, wenn ein paar Jahre dazwischen liegen…

Ich danke Euch, von Herzen!

2 Kommentare zu „…aber sie verankern sich im Inneren“

  1. In s/w wie in Farbe – einfach nur wunderschön und zum Verlieben!!! Und Markus, ich hoffe sehr, dass es dir gut geht und du dich einigermaßen gut „über Wasser halten“ kannst! Ich denke öfter an dich und deinen mutigen Schritt in die Fotografie, wenn ich mit der Kamera unterwegs bin… Stay safe!!!

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