Aller guten Dinge (sind vier)


Die Familie ist mit Sicherheit mit die wichtigste Institution des Lebens. Sie soll uns Rückhalt, Schutz, Liebe, Vertrauen, Kraft und vieles mehr geben. Das sind ganz schön hohe Ansprüche… Doch auch wenn es nicht immer einfach ist, letztendlich überwiegt das damit verbundene Glück in den allermeisten Fällen. So auch bei der Familie die ich vor kurzem vor meiner Kamera begrüßen durfte…

Als ich über einen geeigneten Titel für diesen Beitrag nachdachte, kam mir (warum auch immer) Reinhard Mey in den Sinn. Ja, das ist jetzt nicht der locker, lässige Chartstürmer, aber er bringt viele Dinge einfach auf den Punkt. Und das ist in der heutigen Zeit ja eher eine Seltenheit. Eines unter vielen Liedern das er für die Familie schrieb ist „Aller guten Dinge (sind drei)“. Und obwohl ich das Innenleben der Familie die ich fotografieren durfte nicht kenne, bin ich mir ganz sicher, dass auch sie die ein oder andere Momentaufnahme aus dem Lied schon selbst erlebt haben 😉

Darin geht es hauptsächlich um die Kehrseiten der Medaille, die Dinge die nicht jede Familie sofort anspricht. Das spannende an Familienshootings ist die Tatsache, dass man als Fotograf in den meisten Fällen eine eher fremde und neutrale Rolle einnimmt. Das, was zwischen den entstandenen Bildern (die natürlich alle einen glücklichen Eindruck vermitteln sollen) passiert, ist das eigentlich spannende und manchmal auch entlarvende…

Gerade mit kleineren Kindern kann ein solches Shooting zur Zerreißprobe werden. Oft genug spielt mindestens ein Familienmitglied nicht mir… Aber es geht auch anders 😉 Manchmal passt einfach eine ganze Menge! Die Location (ein Schrebergarten), die Accessoires (Seifenblasen, Luftballons, Traktor), wunderbar fotogene Kinder und Eltern die für alles und jede Idee zu begeistern waren… Der Rest läuft dann ganz von selbst!

Bei den beiden Kids merkte man vom ersten Moment das sie richtig Lust und Laune darauf hatten, sich einfach mal ein bisschen verrückt zu benehmen. Die Zunge rausstrecken, Grimassen schneiden, zu hüpfen und Rad zu schlagen… Dinge die Kinder eben gern machen. Nicht spektakuläres, einfach Spaß haben. Und als dann von den Eltern noch das Feedback kam, dass der Sohnemann sich eigentlich nicht so gern fotografieren lässt, war ich mir sicher, dass der eingeschlagene Weg nicht ganz so falsch sein konnte 😉

Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen Familienfotos steif und unnatürlich gestellt wurden, die Mienen ernst und die Farben grau waren… Wenn dieser Trend jetzt noch in unsere Schulen und Kindergarten überschwappt und die Fotos die jährlich gemacht werden endlich mit Leben gefüllt werden, dann haben wir ein großes Etappenziel erreicht…

Ich bedanke mich ganz herzlich bei dieser wunderbaren Familie die mir sämtliche Freiheiten ließ, sich selbst noch einbrachte und wir so ganz tolle und lustige Momente erleben konnten. So macht dieser „Job“ eine ganze Menge Spaß und wer weiß, vielleicht ist das der Tür(spalt)öffner für eine fotografisch lebensnähere und offenere Umsetzung des Themas… Gerade in der Kinderfotografie wäre das bitter nötig…

EDIT: Ich bin mir relativ sicher, dass ich bei diesem Beitrag eine magische Blogger-Grenze überwinden könnte. Noch ein paar Kommentare mehr und ich habe die 10.000er Marke geknackt! Also auf geht’s, der 10.000ste bekommt eine Packung Gummibärchen zugeschickt 😉

40 Kommentare zu „Aller guten Dinge (sind vier)“

  1. herzlichen glückwunsch zu dieser stattlichen anzahl an kommentaren! wow! und die bilder – einfach großartig! so herrlich lebendig und man sieht einfach, dass die freude ehrlich ist. ich liebe das mit der sonnenblume, aber auch die serie auf der bank und auf dem traktor ist super.

    das lied von reinhard mey natürlich auch. JA, er beschreibt die „kehrseiten“ – aber mit einer menge an humor, dass man einfach merkt, wie sehr er seine familie liebt. das finde ich übrigens total schön an den liedern aus dieser zeit in seinem leben. das macht irgendwie hoffnung und mut, dass man es trotz aller widrigkeiten hinbekommen kann 🙂

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    1. Ich danke Dir, Du hast sicher auch nen nicht unerheblich Anteil an den 10.000 😉 Die Sonnenblume ist übrigens auch mein Favorit 😉

      Wir haben bei der Geburt der Kinder damals auch viel von Reinhard Mey’s Musik gehört, da steckt schon ne ganze Menge Gefühl drin, sehr schön….

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  2. Eine wirklich lebendige und vor allem lebensbejahende Fotoserie! Das Ambiente war aber auch spannend und sicher spielte auch die Zeit eine Rolle. Damit meine ich, dass so eine Serie nicht unter Zeitdruck entstehen kann, sondern nur, wenn alle Beteiligten sich Zeit nehmen.

    Die Rolle des „neutralen“ Fotografen finde ich persönlich vorteilhaft. Wenn man selbst Mitglied der Familie ist, ist es um vieles schwieriger, spontane Bilder zu machen. Anregungen werden nicht oder murrend umgesetzt und eine längere Fotosession wird eigentlich eher selten genehmigt.

    Rundherum hattest Du das genau richtige Händchen für diese fröhliche Familie und die tolle Bilderserie ist der wohlverdiente Lohn.
    Liebe Grüße
    moni

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    1. Vielen Dank Moni für Dein Feedback! Hast schon recht, wir waren knapp 2,5h beschäftigt 😉 Aber so kann dann auch was entstehen 😉 Und Zeit ist da schon wichtig… An dem Tag haben wir 5 einfach gut funktioniert und so war fast klar, dass wir auch alle zufrieden sein werden 😉

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  3. Vielen vielen Dank für das tolle Shooting und die schönen Bilder! Es hat uns großen Spaß gemacht, es war kurzweilig und sehr entspannt und natürlich. Wir fühlten uns die ganze Zeit über sehr wohl und es wird nicht das letzte Shooting mit dir gewesen sein! 🙂

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  4. Oh, das sind wirklich tolle Familienfotos geworden. Freundlich, spaßig, idyllisch ❤

    Die sind dir wirklich gelungen und die Familie wird sich sicherlich über diese wunderbare Ausbeute freuen 🙂

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  5. Hach…da geht mein Herz auf…genauso mag ich sie…Familienfotos…so voller Leben…ungekünstelt…Man bekommt sofort gute Laune, wenn man sie sich anschaut. Du musst etwas Besonderes an dir haben…;-)

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      1. Oh…aller guten Dinge sind 10000…😊? Das freut mich aber…Wie war das noch mal…? Ein Leben ohne Gimmubärchen ist möglich, aber sinnlos…oder so…😉

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  6. Ganz tolle Bilder Markus! So müssen Bilder von einem Familienshooting aussehen, besser geht’s kaum! Ungestellt und einfach real – du kannst stolz auf dich sein! Da werden die Familien in deiner Nähe Schlange stehen, wenn die das hier sehen!

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    1. Vielen Dank!! Ich bin auch sehr gespannt ob bzw. welche Familie sich da noch traut nachzuziehen 😉 Schaun wir mal 😉 Gut das Du geschrieben hast „besser gehts kaum“, woher sollte ich denn sonst die Motivation fürs nächste Shooting hernehmen?! ;-D

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      1. Gut, dann schreib ich das nächste Mal: da geht noch was! 😉 Ich denk Motivation ist bei dir kein Problem! Du versuchst doch auch immer noch mehr rauszuholen, also kann ich solche Huldigungen guten Gewissens verteilen! 😉

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  7. Ein tolles Familien-Shooting!
    Ich mag solche Szenen! Lachende Kindergesichter & Spass habende Eltern. In all den schlechten Nachrichten in den Medien über Kinderarmut etc. – tut es auch mal ganz gut Bilder zu sehen das es auch noch die andere Seite gibt! Dank an die Familie, die dir erlaubt diese Bilder ins www zu stellen. Das macht sie sehr sympatisch!
    Du hast die Fröhlichkeit zauberhaft und ehrlich eingefangen! Klasse!

    Herzlichen Glückwunsch, Markus zu deinen 10.000sten Kommentar! ;o)

    Liebe Grüße von hier zu dir,
    Britta

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    1. Vielen Dank Britta, das liest sich wieder ganz wunderbar 😉 Und mein Dank geht auch an die Familie fürs freigeben der Bilder. Das ist schon ein schönes Zeichen, auch an mich als Feedback… So schlimm können die Bilder dann nämlich nicht sein!! Wünsch Dir auf jeden Fall ein wunderbares Wochenende!! 😉

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  8. Hach ja. Kinder können entweder ein sehr dankbares oder extrem nerviges Motiv (ich kann mich da noch gut an ein Shooting für eine Zeitschrift vor Jahren erinnern… die Kinder sollten aufs Cover und haben währenddessen den Blumenladen auseinander genommen… Während kaum ein brauchbares Foto entstand, weil die schlicht und ergreifend einfach nur frech waren) sein. Schön, dass ersteres hier der Fall war und Familienfotos wirklich nicht mehr so gestellt sein müssen. Gerade das, dass du auch als Header ausgewählt hast, finde ich sehr schön!

    Danke für das liebe Lob! Ich freu mich immer sehr, wenn jemand meine Reiseberichte als angenehm anders beschreibt. Die normalen gibt es ja genug. 😉
    Haha, wie wahr! Ich war froh, dass all die B&B in Irland auch ganz normale Sachen hatten, mit einem „full Irish“ hätte ich mich im Leben nicht anfreunden können… 😉

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    1. Oh da hab ich gleich die wildesten Szenen im Kopf ;-)) Stell mir die Aufgabe die Du da mit dem Cover hattest aber sehr spannend vor 😉 Danke für Deine netten Worte auf jeden Fall!!

      Und ganz ehrlich, „full irish“ würde bei mir 365 Tage im Jahr gehen ;-)))

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  9. Mist, Gummibärchen verpasst 😉
    Aber macht nix, hätte ich eh nicht lang was von gesehen, da sind andere Leute in meinem Umfeld immer schneller als ich.

    Schönes Shooting. Bunt, lustig, fröhlich. Gefällt mir. Toll, wie immer, die S/W-Aufnahmen, die sprechen mich besonders an. Und ja, Kinder fotografieren, erfordert manchmal Geduld, aber wenn sie Bock auf Fotografieren haben, sind sie dankbares Spielfeld 😉
    Gut gelöst. Die hatten sicher Spaß und sehen an keiner Stelle ‚gestellt‘ aus. Das macht total viel aus. Toll!

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  10. Genau so sollte Familien- und Kinderfotografie – für mich – sein!!! Das Leben zeigen, Dynamik, Energie, Lebensfreude, Unsinn-machen, Lachen… Liebe… Das schaffst du hier 1000 mal besser zu zeigen als Studio-Fotografen vor ihren grauen Hohlwänden oder blauen „Batik“-Hintergründen;-)… … 👍🏼👍🏼👍🏼

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  11. Ein sehr gelungenes Shooting, lieber Markus. Es macht Freude sich durchzuklicken. Die Lust und Freude am Shooting ist ihnen anzusehen. Jedenfalls wirkt es nicht so, als hätte man sie überreden müssen. Aber die Kulisse gibt ja auch einiges her. Trampolin, Traktor, Hängematte, … da hatten sie sehr viel Abwechslung. Und je entspannter und fröhliher die Kinder, desto entspannter auch die Eltern. Ich mag auch Deine Bildideen. Bankspringfoto, Hut vorm Gesciht und Kinder schauen empört, Sonnenblume und Bierflasche mit Sohnemann und Papa. Ganz wunderbar 😉

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    1. In dem Fall muss ich auch einiges an lob an die Familie weitergeben… Die waren wirklich kreativ und haben viel auch selbst vorgeschlagen. Sobald man merkt, dass die Familie selbst total experimentierfreudig ist, spornt einen das selbst nochmal ordentlich an und dann kommen die Ideen von alleine 😉 Aber das kennst Du ja 😉

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