Schritte in die Normalität und einen Schritt weiter


Ein gewisser Vincent van Gogh verfasste laut Internet den Satz: „Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr“. Jetzt kann jeder Mensch für sich selbst entscheiden, ob er eine Blume auf der gepflasterten Straße ist oder sein möchte, oder eben nicht. Das gilt für mich als Fotograf oder für die junge Dame auf instagram, die ich ohne zu überlegen einfach anschrieb und sie in mein Mini-Fotostudio nach Hause einlud…

In diesem Fall bin ich eine Blume, weil es einfach nicht normal ist, jemanden einfach so anzusprechen „hey, Bock auf Fotos?“. Und das gilt auch für die junge Dame auf instagram, die einfach so mit „klar, warum nicht?“ antwortet. Um nicht ganz von der Straße der Normalität abzukommen, bat ich sie, ihren Freund mitzubringen. Einfach deshalb, weil man schon viel gehört und gesehen hat. Bei jungen, unbekannten und weiblichen Neulingen vor der Kamera fühlt sich das einfach besser an.

Und so kamen die beiden in meinem Dachgeschoss an und wunderten sich mit Sicherheit, wie das denn genau ablaufen soll. Jetzt wagen sie den Schritt raus aus der Normalität und landen in einem langgezogenen Raum ganz ohne professionelle Blitzanlagen und voller Zeug, das eigentlich so gar nichts mit einem Fotostudio zu tun hat. Und trotzdem funktioniert so ein Shooting. Und auch die Atmosphäre entspannte sich sofort…

Das bekannte Rezept von simplen Portraits in wechselnden Outfit und Frisuren war auch diesmal wieder voll ausreichend für mein Fotografen-Herz. Manchmal sind es die kleinen Dinge die viel über einen Menschen aussagen. Und weil ich schon so lange mit dem Gedanken spiele, ein „Corona-Gedächtnis-Paar-Shooting“ zu machen, musste der Freund inklusive Mundschutz auch noch herhalten.

Diese eigentlich skurrile Situation von 2 sich liebenden Menschen mit bedeckten Gesichtern entwickelte eine Art Eigendynamik. Ich fand es extrem spannend, die beiden miteinander agieren zu lassen. Und es bestärkte mich, diese Idee weiter zu verfolgen. Von daher ihr Paare, besten Freundinnen und Freunde, Eltern und Kinder, wagt den Schritt raus aus der Normalität und setzt diesen verrückten Zeiten ein kleines, persönliches Denkmal. Masken mitbringen und einfach mal versuchen wie spannend es sein kann, sich zu verstecken und trotzdem ein Teil Normalität zurückzugewinnen. Mein Dachgeschoss steht allen offen…

Ich danke Euch beiden für die vielen lustigen Momente und Eure Offenheit gegenüber meinen Ideen und meiner bescheidenen Ausrüstung. Und auch dafür, dass ihr einen kleinen Schritt in die und dann noch einen weiteren aus der Normalität gegangen seid.

2 Kommentare zu „Schritte in die Normalität und einen Schritt weiter“

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