Skål und der Ruf der Schildmaid


Das neue Jahr hat begonnen, und mit ihm verschärfte Pandemie-Regelungen, überfüllte Rodelhänge, der Sturm der Trump-Anhänger und die finale Staffel der Wikinger-Serie „Vikings“. Die Prioritäten dieser Ereignisse darf jeder für sich selbst einordnen. Mich für meinen Teil hat die Serie dann doch nachhaltig am meisten bewegt und daher war es relativ schnell klar, dass sich die liebe Annabel mal in ihrem Kleiderschrank umschauen darf um das ein oder andere Outfit auf Wikinger-Tauglichkeit zu testen…

Leider komme ich in den letzten Monaten (und inzwischen sogar Jahren) kaum noch dazu, Menschen in Verkleidungen zu stecken und ein bestimmtes Thema darstellen zu lassen. Das liegt zum einen an der Pandemie, zum anderen aber auch an fehlender Zeit und schlechtem Wetter. Wenn man jetzt aber mal überlegt, welches Thema denn gut zum tristen, dunklen und kalten Wetter passt, führt eigentlich kein Weg am Norden der Welt vorbei. Und wie gesagt, aufgefallen ist mir das dann kurz nach dem Jahreswechsel vor dem Fernseher.

Jetzt brauchte es eine kälte-unempfindliche Frau mit einem ausgefallenen Kleiderschrank, im Idealfall mit blonden Haaren und der Motivation, auf meine Wünsche einzugehen. Logischerweise fiel mir in dem Fall sofort Annabel ein. Mal wieder ohne Grundkonzept und mit ein paar spärlich zusammengetragenen Zutaten ging es Richtung heimatlichem Waldrand.

Aufgabe 1: Jacke aus, Schal aus und bisschen kriegerisch gucken. Erledigt. Aufgabe 2: Gesicht mit schwarzer Farbe und weißer Creme vollschmieren lassen. Erledigt. Aufgabe 3: Gesicht komplett mit der weißen Creme einschmieren und per Pinsel einen Regen aus Tomaten-Ketchup über sich ergehen lassen. Auch erledigt. Ach ja, und bitte noch ein bisschen Gestrüpp ins Haar… Ob das die gute Schildmaid Lagertha auch mit sich machen lassen hätte?

Annabel ist dafür genau die richtige Ansprechpartnerin. Ohne zu murren stellte sie sich in die Kälte. Sie hatte sogar sichtlich Spaß dabei. Und auch als mir die Finger langsam zu kalt wurden, wedelte sie immer noch mit Fackeln umher, hüpfte über die schneebeckte Wiese und akzeptierte den dauernden Geruch von Ketchup und Sonnencreme in ihrem Gesicht.

Und so fühlten wir uns zurückversetzt, bestätigten uns gegenseitig immer wieder unabhängig voneinander wie sehr wir die Wikinger „spüren“ und abgesehen von dem Geruch wirkte die Szenerie auch tatsächlich authentisch. Und wie sagte einst Lagertha:

„I am old enough to know that you can never say for sure what someone else will do.“

In diesem Sinne, Skål liebe Annabel, mögen uns die Fotografie- und Modelgötter eines Tages an ihrer Tafel speisen, trinken und fotografieren lassen, verdient hätten wir es auf alle Fälle, vielen Dank!!

2 Kommentare zu „Skål und der Ruf der Schildmaid“

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