It’s all Okay


Nachdem Isi schon für die aktuellen Fotos zum Motto „geheimnisvoll“ herhalten musste, hat sie sich aufgrund der Vielzahl an Aufnahmen einen zweiten Auftritt verdient. Auch diesmal soll es wieder um die Kombination aus Musik und Foto gehen. Passend zum Beitragstitel und in Anlehnung der Worte aus dem Motto-Beitrag ist es diesmal der Remix von einem Julia Stone Song…

The story is different now, the records are playing in the living room.

And you might say you’ve wounded, and I might say I’m hurt.

But we knew the difference then between the fire and the earth.

Any we may say we’re broken, we may say we’re weak.

Da stehen sich zwei Menschen gegenüber, kennen sich, schätzen sich. Vertrauen sich. Dazwischen nur eine Kamera und ein paar Meter Luft. Und dann gibt es die Schauer und Leser die das Ergebnis dann hier betrachten. Aber was geht einem beim Betrachten der Fotos durch den Kopf? Fühlt man sich währenddessen in das Model oder in den Fotograf? Wenn eine Stimmung vermittelt wird, wovon ist das dann abhängig?

Ist es überhaupt wichtig wie es im Innenleben der beiden Hauptakteure aussieht? Verwundet, verletzt, gebrochen oder schwach. So wirklich weiß das keiner. Und trotzdem schaffen wir es, Stimmung zu vermitteln. Die wahren Gefühle und Kämpfe werden überspielt oder ignoriert. Schließlich hat man das Studio gebucht und hat jetzt gefälligst zu liefern.

Ich sehe das anders. Denn ein Shooting kann auch verändern und lehrreich sein. Bei aller Motivation, so wirklich „tief persönlich“ klappt in solchen Momenten nicht. Und trotzdem, nach (beinahe) jedem Shooting fühle ich mich der Person vor der Kamera deutlich näher. Es ist wie das abtauchen in eine eigene Welt in der man Sorgen vergisst und Ängste verdrängen kann. Es bleibt dennoch was zurück und das Innenleben verändert sich ein bisschen mehr…

Fotografie ist also keine Möglichkeit direkt in die Seele des anderen zu schauen. Aber es entstehen Chancen sich zu verlieren, sich zu erweitern oder sich zu öffnen. Und auch eine Art Fluchtweg. Und trotzdem geht es in den Momenten nicht um den Seelenzustand. Denn der bleibt verborgen. Es ist die Mitte zwischen Oberflächlich und Tiefgründig. Je nachdem schlägt das Pendel mal mehr in die Eine, mal mehr in die andere Richtung.

Und das ist auch gut so. Oder wie eben Julia Stone singen würde „It’s all Okay“. Fotografie von Menschen ist und bleibt Rollenspiel. Und die Möglichkeit sich Kreativ auszuleben. Das funktioniert mal besser und mal weniger gut. Bei diesem Shooting kann ich abschließend nur sagen, dass es mehr war als Erfahrung und „wieder was über Lichtsetzung gelernt“… Vor allem wenn wir uns klar machen, wie viel zwischen unserem ersten und diesem Shooting passiert ist.

The story is different now…

32 Kommentare zu „It’s all Okay“

  1. ich mag besonders die s/w low key aufnahmen.
    und ich denke, das tolle an der fotografie ist doch, dass sich die eigene aussage immer mit der persönlichkeit des betrachters vermischt. das macht sie auch heikel und man muss sich dessen bewusst sein. aber genau deswegen kann man menschen ein wenig von sich zeigen, das sich mit worten nur so schwer vermitteln ließe.

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    1. Stimmt schon was Du schreibst. Vielen Dank dafür. Ein unendliches Thema wenn Mensch, Gefühl, Emotion, Hirn, Gesellschaft, Optik und Geschmack aufeinandertreffen 😉 Da wirds ab und an auch mal philosophisch und evtl. sogar kompliziert 😉

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  2. Hach was soll ich noch sagen!? Ich liebe einfach die Bilder, die du von Isi machst! Sie sind jedes mal was ganz besonderes und nachdem ich auch schon zwei mal dabei war wie du sie fotografiert habe, liebe ich es noch mehr die Bilder anzuschauen, weil ich mir vorstellen kann wie das Shooting war! Ich freu mich einfach euch zu kennen! 🙂 Mit der Musik wird das ganze noch besser (sofern das überhaupt geht)! 😉

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    1. Das geht uns definitv genauso! Eine tolle Bloggerfreundschaft die da entstanden ist und sogar durch Menschen wie Isi vertieft und gefestigt wird. Es war mir eine Ehre „meine“ Models mit Dir zu „teilen“ 😉 (das klingt deutlich blöder wie es gemeint ist)

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  3. Da ist sie wieder…die unvergleichliche Isi…ich freue mich…;-). Ich denke, gerade damit so ein Rollenspiel vor der Kamera funktioniert, muss eine ganz besondere Atmosphäre zwischen Model und Fotografen herrschen…Das Model muss Vertrauen haben, der Fotograf sich aber ebenfalls ein Stück weit angenommen fühlen, sonst funktioniert das „sich aufeinander einlassen“ nicht…Euch ist das ganz wunderbar gelungen.

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  4. ….’wounded‘ und ‚hurt’… …what a difference a word made! Toll.

    Das sind großartige Fotos und es ist echt schön zu sehen wie sicher ihr beiden euch dort bewegt (das mit der ausgestreckten Hand ist einer meiner Favoriten).

    Interessant auch zu sehen wie die Bilder wirken, wenn man sie ohne und einmal mit Musik sieht. Zuerst natürlich ohne… …da, wenn man die Musik einmal hört schon eine Brücke gebaut ist und der Kreis sich schliesst. Natürlich interpretiert man eventuell weitgefächerter, wenn man Text und Musik nicht kennt. Mit Musik ist es allerdings sehr klar vor meinem Auge, da die gesamte Serie sich wie ein fotografischer Ausdruckstanz… …ne, Ausdruckstanz wirkt zu schwer… …Tanz ist glaube ich besser… ..ja genau, Isi tanz die Bilder die die Musik erzeugt. Verletzt und erhaben… …tolles Gesamtkonzept, sowie auch coole Einzelbilder.

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    1. Schön wie Du das geschrieben hast und ich bin mir ganz sicher das auch Isi sich total angesprochen fühlt war ihre Performance für dieses Shooting angeht. Sie legt da aber auch echt wert drauf 😉 Ein Glück!! Danke Dir für Deine tollen Worte die mir einmal mehr gezeigt haben, dass Du verstehst wie ich die Fotografie fühle… Ein seltenes Talent das Du da hast…

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      1. Liebe Isi, lieber Markus,

        klar meine ich euch beide in eurer Einzelperformance, wie ihr jeweils einen Teil von euch in diese Arbeit gelegt habt. Jeder für sich mit seinen individuellen Fähigkeiten. Aber auch zusammen als Team… ….wirklich klasse! Da kommt viel rüber.

        Vielen Dank für deinen tollen Worte! Freue mich!

        Liebe Grüße,
        Markus

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  5. Also, um mal „platt“ anzufangen: mir gefällt die Lichtsetzung und die Bildgestaltung sehr. Schön minimalistisch, schön dunkel… ein hübsches Model hast du da😊… Mein Favorit ist die 8132 – Hammer!!! Die Mimik, der Ausdruck von Isi berühren mich als Betrachter!
    Was mich noch viel mehr berührt: die Kombination von Fotos und Text… DEIN Text! Er drückt so sehr aus, dass du nicht nur mit der Kamera fotografierst… ein schönes Objektiv brauchst/ nutzt… eine Stimmung einfangen möchtest… etwas sagen möchtest… sondern er drückt für mich so viel über dich aus! Über dich als Mensch auf der Suche, auf dem Weg in der Fotografie ein Ventil, eine Möglichkeit sich auszudrücken gefunden zu haben… einen Weg gefunden zu haben, in tiefen Kontakt mit anderen Menschen zu gehen… die Ergebnisse sind dabei nicht egal, aber vielleciht eben nur ein Ausdruck von einem Prozess, der um so vieles wichtiger ist!
    Zwischen Fotograf und Model passiert bei einem Shooting etwas… aber das, was da passiert ist immer anders… es ist abhängig vom Miteinander als Menschen… es kann schön, aber eher oberflächlich sein, dennoch lerne ich viel über mich… vielleicht auf beiden Seiten… es kann aber auch so sein, dass es sich anfühlt, als habe man in dem Augenblick des Fotografierens eine tiefe Verbindung, in der man fühlt und sieht… sein Gegenüber und auch sich selbst… …
    Für mich ist die Fotografie von Menschen ein Bereich, der immer spannender wird… für mich fühlt es sich oft an wie ein Weg… jedes Shooting ist ein Zielpunkt, an dem ich etwas einsammle… ein Stück von mir selbst… etwas von mir, das ich in meinem Gegenüber sehe halte ich durch das Fotografieren fest… puzzle mich zusammen, werde „ganz“… … Und auch dem Menschen vor der Kamera gibt das Shooten etwas… vielen schon während des Shootens, den meisten spätestens danach… eine neue, eine weitere Sichtweise auf sich selbst…
    Für mich ist Fotografie wie das Legen eines riesengroßen Puzzles… und wenn ich DEINE Fotos sehe, habe ich manchmal das Gefühl, du tust das gleiche;-)… …

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    1. DAS ist mit der Hauptgrund, warum ich das bloggen wohl nicht aufhören werden… Ein solches Feedback das mir zeigt, dass es noch Menschen gibt die sich wirklich mit den Inhalten eines Blogs und den Gedanken einer Person dahinter bschäftigen. Und glaub mir, das sind nicht (mehr) viele… Die Generation der Blogger stirbt langsam aus… und das ist schade. Aber ich bin so glücklich über meine 10 Blogger denen das gezeigte hier echt Freude bereitet. Und an denen werd ich festhalten. So wertvoll, so wichtig. Schön das ich viele davon inzwischen persönlich kenne. Lieber 10x echt als 1000x falsch… Danke liebe Heidi! Schön das Du da bist 😉

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      1. 10x echt als 1000x falsch… richtig! … und wenn es „nur“ 2x echt wäre – zwei Menschen mehr, die einem irgendwie etwas bedeuten und geben, das ist eine ganze Menge;-)! In Zeiten von „likes“ und Freundschaftsanfragen und Freunde-Anzahl kommen einem zwei ja schon wenig vor… wenn man aber mal genau drüber nachdenkt… ;-)… und was sind dann erst 10!!!!! 😉

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